Udotopia meldet sich zurück – das Leben hatte andere Pläne

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Udotopia meldet sich zurück – das Leben hatte andere Pläne

Sechs Monate Funkstille. Kein neuer Beitrag, kein Lebenszeichen von Udotopia.
Aber keine Sorge – ich war nicht weg. Das Leben war nur lauter als die Tastatur.

Yasmin und ich hatten die letzten Monate alle Hände voll zu tun: Handwerker koordinieren, Material besorgen, Entscheidungen treffen, improvisieren, weiteratmen.
Unser neues Zuhause – das Haus, das wir von Yasmins Vater geerbt haben – war eine Großbaustelle mit Geschichte und Herz. Wir haben ihm versprochen, sein selbst gebautes Haus zu hüten und darin weiterzuleben. Dieses Versprechen haben wir ernst genommen.

Doch wie so oft kam das Leben mit einer zusätzlichen Schleife um die Ecke:
Ich landete im Krankenhaus. Die Galle musste raus. Eigentlich ein Routineeingriff – eigentlich.
Doch danach lief alles schief, was schieflaufen konnte. Die OP-Narben entzündeten sich, ich bekam hohes Fieber und stand kurz vor einer Sepsis. Die Wunden mussten wieder geöffnet und täglich gespült werden.

Kein Wellnessprogramm.
Aber eine sehr direkte Erinnerung daran, wie schnell sich alles ändern kann – und wie wichtig Geduld, Vertrauen und Menschen an der eigenen Seite sind.

Kaum wieder draußen, ging es ohne echte Pause weiter: Umzug.
Vom Krankenhaus direkt ins neue Haus, das gerade so weit fertig war, dass man irgendwie einziehen konnte.
Dach, Keller, Garten – alles wurde angepackt. Was finanziell machbar war, wurde renoviert, repariert oder neu gestaltet. (Bilder reiche ich nach – versprochen.)

Im Juli folgte das große Kisten-Ballett:
vom alten ins neue Zuhause, von der Bühne bis zum Keller. Yasmin war dabei unser Fels – organisatorisch, menschlich, emotional.
Getragen hat uns unser Motto:

„Heute ist Gestern voll – mit 200 Prozent!“

Unser Wunsch war klar: bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen in Pflege- und Sozialberufen zu schaffen.
Im August wurde daraus Realität. Die Diakonie Stetten mietete unser altes Haus, und am 1. September zogen die ersten Auszubildenden und Praktikant:innen ein.

Bis kurz vor dem Einzug wurde gearbeitet.
Ich habe noch Router eingerichtet, WLAN-Verstärker montiert und Kabel im Gemeinschaftsraum – unserem alten Esszimmer – verlegt.
Digitales Ankommen gehört heute eben auch zum Zuhause.

Und ganz ehrlich: In all dem war keine Kraft mehr für Blogbeiträge.
Durch meine Erkrankungen war ich gezwungen, immer wieder Pausen einzulegen. Diese Pausen waren nicht freiwillig, sondern notwendig. Mein Körper zieht klare Grenzen – und die musste (und muss) ich akzeptieren.
Dadurch hat vieles länger gedauert, als geplant: Schritt für Schritt statt im Sprint.

Die wahre Powerfrau in dieser Zeit war Yasmin.
Während ich pausieren musste, hat sie organisiert, koordiniert, verhandelt, mitgedacht und getragen – ruhig, klar und mit unglaublicher Stärke.
Ohne großes Aufheben, aber mit ganz viel Herz. Ohne sie wäre vieles so nicht gegangen. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Zurück zu den Wurzeln – politisch und menschlich

Diese Monate waren aber nicht nur Baustelle und Krankheit.
Sie waren auch eine Zeit des inneren Sortierens.

Nach dem Schnuppern bei der SPD, Gesprächen mit Landtagsabgeordneten und Begegnungen mit Mitgliedern der CDU wurde mir im Juni eines ganz klar:
Mein Weg führt zurück zu meinen politischen Wurzeln – zurück zur Linken.

Nicht aus Trotz.
Sondern aus Überzeugung.

Soziale Gerechtigkeit, Solidarität und eine klare Haltung gegen Rechts – das ist der Kompass, der mich trägt.
Und was mich besonders freut: Die Linke im Rems-Murr-Kreis ist jünger, vielfältiger und aktiver geworden.
Mehr Debatte, mehr Bewegung, mehr Mut. Das tut gut. Und es fühlt sich richtig an.

Zurück zu den Wurzeln bedeutete für mich aber nicht nur Parteiarbeit.
Es bedeutete auch, wieder ganz praktisch anzupacken:
durch meine Mitarbeit beim DGB, insbesondere in der Unterstützung von Menschen im Sozialrecht.

Dort, wo es konkret wird.
Wo es um Existenzsicherung, Rechte, Würde und faire Behandlung geht.
Genau da, wo Politik nicht aus Reden besteht, sondern aus Zuhören, Erklären und Dranbleiben.

Klare Grenze gegen Ausgrenzung

Gleichzeitig habe ich gemerkt, wovon ich mich bewusst entferne.
Von Menschen – auch aus Sozialverbänden –, die Unterschiede zwischen Menschen nach Herkunft machen, mit falschen Zahlen argumentieren und Narrative verbreiten, wie sie von der rechtsextremen AfD genutzt werden.

Besonders bitter wird es dort, wo solche Erzählungen teilweise von CDU-Mitgliedern übernommen werden – und sich der Frust dann nicht nach oben richtet, sondern gegen die Schwächeren.
Wenn Hass in WhatsApp-Nachrichten gegossen wird und nach unten tritt, statt Ursachen zu benennen, ist für mich eine klare Grenze erreicht.

Von solchen Haltungen distanziere ich mich.
Nicht aus Überheblichkeit, sondern weil Ausgrenzung, Hass und bewusst falsche Vereinfachungen für mich nichts mit sozialem Denken zu tun haben.
Das ist nicht mein Weg. Dafür fehlt mir – ganz offen gesagt – das richtige geistige Fundament.

Jetzt, wo sich vieles sortiert hat, kann ich sagen:
Ich bin wieder da. Udotopia lebt.

Vielleicht etwas langsamer, vielleicht nachdenklicher – aber mit dem gleichen Herzen wie immer.
Denn manchmal schreibt das Leben die wildesten Kapitel, bevor man sie erzählen kann.

Und weil das Leben offenbar noch nicht genug hat, geht es im Januar 2026 direkt weiter:
mit Klinikaufenthalten und anschließender Reha.
Auch das wird hier seinen Platz finden – ehrlich, ungeschönt und hoffentlich mit hellen Momenten dazwischen.

Also: Willkommen zurück auf Udotopia. 💫
Die Baustelle ist noch nicht ganz fertig – weder im Haus noch im Leben.

👉 In den kommenden Monaten wird es hier wieder mehr geben: Texte über Alltag und Krankheit, Musik und Mut, über Zusammenhalt, Politik, Glaube, Humor und diese kunterbunte Welt, die trotz allem lebenswert bleibt.

Schön, dass ihr noch da seid. 🌻

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